Tan­te Bea­te ist ver­stor­ben

Ein Besuch bei Tan­te Bea­te gehör­te für mich immer dazu, wenn ich Marx besuch­te. Die from­me russ­land­deut­sche Frau, die mit ihrer Toch­ter und ihrem Schwie­ger­sohn in Paw­low­ka, unweit von Marx leb­te, ist 89 Jah­re alt gewor­den. Ges­tern ver­starb sie plötz­lich nach einem Schlag­an­fall. Heu­te Mit­tag fin­det das Requi­em für sie in der Mar­xer Kir­che statt. Anschlie­ßend wird sie auf dem Fried­hof in Paw­low­ka beer­digt. Ihr Lebens­schick­sal hat mich sehr berührt. In Franz­feld bei Odes­sa (UdSSR) gebo­ren, geriet sie mit ihrer Mut­ter und ihrer Schwes­ter in den Kriegs­wir­ren nach Ost­deutsch­land, am Ende des Krie­ges wur­den sie nach Sibi­ri­en depor­tiert und schließ­lich lan­de­te sie im Lau­fe ihres Lebens über Tadschi­ki­stan an der Wol­ga, wo sie ihren Lebens­abend ver­brach­te.